Kinderparlament in Kastel beginnt Arbeit und erhält Mitspracherechte im Ortsbeirat

Kinderparlament in Kastel beginnt Arbeit und erhält Mitspracherechte im Ortsbeirat
Kinderparlament in Kastel beginnt Arbeit und erhält Mitspracherechte im Ortsbeirat | Bild: Stadt Wiesbaden

Mit einer konstituierenden Sitzung am Donnerstag, 5. Februar, hat in Mainz Kastel das erste Kinderparlament seine Arbeit aufgenommen. Das Pilotprojekt des Amtes für Soziale Arbeit bringt 16 gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus den dritten und vierten Klassen zusammen und soll Kinderbeteiligung dauerhaft in kommunale Entscheidungsprozesse einbinden.

Teilnehmer und Organisation

Dem neuen Gremium gehören Schülerinnen und Schüler der Bertha von Suttner Schule, der Gustav Stresemann Schule, der Krautgartenschule sowie Vertreterinnen und Vertreter des Kinder und Jugendzentrums an der Reduit an. Koordiniert wird das Projekt von der Abteilung Schulsozialarbeit Kinder. Deren Mitarbeitende bereiten die Sitzungen gemeinsam mit den Schulen vor, begleiten sie und leisten pädagogische Unterstützung.

Das Kinderparlament tagt bis zu dreimal im Jahr. Die Amtszeit beträgt ein Schuljahr, Wiederwahl ist möglich. Zur Eröffnung trafen sich die Kinder im bunt geschmückten Sitzungssaal der Ortsverwaltung, der anlässlich der Fastnacht dekoriert war.

Rechte und Aufgaben

Das Kinderparlament hat Antragsrechte, Rede- und Vorschlagsrechte in den Organen der Gemeinde und im Ortsbeirat. Diese Rechte sollen im Rahmen der rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt werden. Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher betonte bei der Eröffnung, dass die Kinder gewählt worden seien, um mitzureden und mitzugestalten, und dass ihre Meinungen wichtig seien, weil sie am besten wüssten, was Kinder im Stadtteil bräuchten.

Thematisch will das Gremium unter anderem Fragen zu Klima, Mobilität sowie Spiel und Freizeitangeboten bearbeiten. Die Beteiligung der Kinder wird ausdrücklich als Baustein für ein nachhaltiges Demokratieverständnis bewertet.

Hintergrund und Finanzierung

Die Gründung des Kinderparlaments geht auf die Arbeit des Zukunftsausschusses von 2023 zurück. Ende vergangenen Jahres hatten Kinder der Bertha von Suttner Schule ihre Anliegen bereits im Ortsbeirat vorgestellt und damit den Anstoß für ein eigenes Parlament gegeben. Heike Richter, kommissarische Leiterin des Amtes für Soziale Arbeit und Koordinatorin des Projekts, sagte, es sei beeindruckend gewesen, wie ernsthaft die Kinder ihre Rolle übernommen hätten und mit Verantwortung und Begeisterung Ideen umgesetzt hätten.

Für eigene Projekte stehen dem Gremium finanzielle Mittel aus dem World Design Capital Projekt Auf die Plätze los im Jahr 2026 zur Verfügung. Zudem unterstützt der Ortsbeirat das Kinderparlament mit einem eigenen Budget. Dr. Patricia Becher kündigte an, entsprechende Mittel für den nächsten Haushalt anzumelden, und sieht das Kasteler Modell als mögliches Vorbild für andere Stadtteile.

Vorbereitung und Start des Kinderparlaments wurden vom Ortsbeirat Kastel und der Ortsverwaltung begleitet. Namentlich genannt wurden Jutta Kühn Mertens und Evelyn Erk, ferner die beteiligten Schulen, das Kinder und Jugendzentrum an der Reduit sowie das Smart City Dezernat für technische Unterstützung.

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